Gemeinde St. Stefan im Gailtal

Abkommen Almpachtverträge

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Abkommen zur langfristigen Absicherung der Bewirtschaftung von Almflächen im Grenzgebiet löst bei Agrargemeinschaften im Gailtal Freude aus. Entfall des Pachtzinses soll Zukunft der Almen sichern.

"Die Zukunft für unsere Almen ist nun gesichert", sagt Norbert Mörtl, Obmann der Agrargemeinschaft Feistritz/Gail, erleichtert. Damit meint er das am Montag vom Land Kärnten und dem Friaul unterzeichnete Abkommen zur langfristigen Absicherung der Bewirtschaftung von Almflächen im Grenzgebiet. Italien wird dem Land Kärnten die auf italienischem Gebiet gelegenen Almflächen kostenlos zur Verfügung stellen und das Land Kärnten diese ebenso kostenlos an die Gailtaler Bauern weitergeben.

Diese kleine Gruppe hat sich in den vergangenen drei Jahren sehr eng mit der Materie befasst: Stefano Mazzolini, Vizepräsident von Friaul-Julisch Venetien, Rinaldo Comino von der Direktion der regionalen Forstverwaltung, Walter Merlin, technischer Leiter der Agrarbehörde Kärnten, und Norbert Mörtl, Obmann der AG Nachbarschaft Feistritz an der Gail, haben fast täglich miteinander kommuniziert und beinahe tagtäglich dieses neue Abkommen verhandelt - und, siehe da, das Problem gelöst. Der zuständige Assessore Sebastiano Callari, er stammt selbst aus der Grenzregion Görz/Gorizia, hat ein Wort gefunden, womit eine Lösung zustande kam. „Kulturerbe“ soll die Beweidung für die fünf Gailtaler Almgemeinschaften heißen. Und dieses Wort wurde auch in Rom so akzeptiert. Nun wurde diese vertragliche Vereinbarung mit einer Folgevereinbarung am 26. Juli 2021 im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung unterzeichnet. Eine Vereinbarung, die ganz einfach durch Beziehungen und Freundschaften entstanden ist. Eine Vereinbarung, die mit einem Dankeschön an die vielen politischen Vertreter, wie dem Kärntner Agrarlandesrat Martin Gruber, im Hintergrund passiert ist. Daher hat die Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, Elisabeth Köstinger, mit ihrer Familie dem Vizepräsidenten von Friaul-Julisch Venetien, Stefano Mazzolini, einen privaten Besuch in Tarvis abgestattet und ihm ein herzliches Dankeschön ausgesprochen. Es war von ganzem Herzen an die Person gerichtet, die alle Kontakte zu den höchsten Vertretern nach Triest und Rom hatte. Mazzolini und Mörtl sowie Comino und Merlin haben diese vielen Verhandlungsgespräche, meist in ihrer sehr bescheidenen Freizeit, erledigt. Und die höchste Repräsentantin für die Landwirtschaft der Republik Österreich hat dies bei einem stundenlangen Besuch bei Mazzolini im Privatlokal in Tarvis gewürdig.